Neue Mitte Neugereut "Öffentliche Freiraumplanung Flamingoweg 24"

Im Zusammenhang mit dem Projekt Modernisierung Kinder- und Jugendhaus und der Erweiterung zum Bürgerhaus, Flamingoweg 24 ist vorgesehen, sowohl die einrichtungsbezogenen Freiflächen als auch den öffentlichen Freiraum zum Marktplatz und der Spirilloebene aufzuwerten. Basis der weiterführenden Planung ist das Ergebnis zur öffentlichen Freiraumplanung aus dem Planungswettbewerb „Jugend- und Bürgerhaus Flamingoweg 24“,
1. Preis Büro Bez + Kock und Büro Klaus Wiederkehr.

Im Sommer 2013 wurde mit der Planung das Büro Klaus Wiederkehr, Freier Landschaftsarchitekt BDL beauftragt. Dem Planungsgebiet (4.440 m²) kommt im Gefüge des öffentlichen Raums in Neugereut eine besondere Rolle zu, da es im Schnittpunkt wichtiger Wegeverbindungen liegt. Zum einen ist dies die Verbindung vom Stadtteileingang über den Marktplatz nach Hofen, zum anderen, die der inneren Fußwegeverbindung, die den Nord-Osten von Neugereut mit dem Süd-Westen verbindet.

Eine zentrale Forderung aus der Bürgerbeteiligung und auch im Planungswettbewerb war deshalb die Einbindung der öffentlichen Freiraumplanung in die Konzeption des Wettbewerbs zum Jugend- und Bürgerhaus. Die Umgestaltung der „Neuen Mitte“ (Markt- und Spirillo-Ebene) in Neugereut soll die Aufenthaltsqualität dieser zentralen öffentlichen Flächen erhöhen, zum Verweilen oder aber auch als Portal zum Grünzug, zu Spaziergängen einladen. Die Konzeption des Büros Wiederkehr sieht u.a. vor, durch die Schaffung von Raumkanten und Blickbeziehungen, der „Neuen Mitte“ in Neugereut Identifikationscharakter und Orientierung zu verleihen. An der südwestlichen Kante des Marktplatzes wird über eine großzügige Freitreppe mit Sitzelementen die Sicht auf den natürlichen Geländeverlauf und den tieferliegenden öffentlichen Raum der „Spirillo-Ebene“ eröffnet.
Die Ausführung der Freitreppe erfolgt als Betonkonstruktion mit aufgelegten Betonblockstufen. In die angrenzende Tiefgarage unter dem Marktplatz wird nur marginal eingegriffen und entsprechend angepasst.

Zunächst war vorgesehen für den Platzbereich um die Mosaikskulptur „Spirillo“ - eine Platzgestaltung zu entwickeln, die eine hohe Aufenthaltsqualität und Nutzungsvielfalt für verschiedene Altersgruppen ermöglicht.
Da der Neuaufbau der Mosaiksulptur weder aus Sanierungsmitteln noch aus Haushaltsmitteln der Landeshauptstadt finanziert werden konnte, musste der Platzbereich umgeplant werden.

Die barrierefreie Verbindung von der Markt- zur Spirillo-Ebene wird eine erdverfüllte Rampe gewährleistet. Die hierfür erforderliche Stützmauer bildet mit dem umgesetzten Spirillo den räumlichen Abschluss des öffentlichen Platzes. Der Spirillo (Anlage 6) soll in Abstimmung mit dem Künstler und Architekten Wolfgang Zaumseil eine Mosaikfläche mit Sitzelementen erhalten.
Für die angrenzenden Gehwege wird, wie überall in Neugereut, das vorhandene Verbundpflaster weiterverlegt. Die Plätze der Neuen Mitte in Neugereut dienen als Verbindungselemente zu den zentralen Infrastruktureinrichtungen Jugend-, Bürgerhaus, Ökumenisches Gemeindezentrum, Einkaufszentrum, Stadtteilbibliothek und Jörg-Ratgeb-Schule. Sie erhalten einen befahrbaren Belag aus Betonpflaster, richtungslos im wilden Verband (20/20 und 20/30) verlegt.

Die Gestaltung und Möblierung der Freiraumbereiche erfolgt auf der Basis des bereits vom Gemeinderat beschlossenen inneren Wegekonzept (GRDrs. 275/2014).
So ist vorgesehen, das rote Porphyrband als Orientierungsleitlinie für Behinderte und die Sitzbänke zu übernehmen, an die Plätze anzubinden und weiterzuführen.
Zum Haus St. Monika bilden Sitzbänke mit Bäumen eine Raumkante. Als Bäume sind Wollapfel, Stadtbirne oder Linde, als Baumscheibenabdeckung ist ein Kunststoff-Gitterrost vorgesehen.
Alle Platzniveaus können auch vom Haus St. Monika barrierefrei über Rampen erreicht werden. Dem Ruhebedürfnis der Bewohnerschaft im Haus St. Monika wurde mit einer Reduzierung der Sitzmöblierung in den Randbereichen Rechnung getragen.
Das Ökumenische Gemeindezentrum (Flamingoweg 22) plant seit 2013 im Gebäude eine Umstrukturierung seines Nutzungskonzeptes. U.a. ist vorgesehen, eine Kath. Kita in den Gebäudekomplex auf der Spirillo-Ebene zu integrieren. Dadurch wurden Anpassungen der Tragwerksplanung zur Freitreppe und Rampenausführung aus dem Wettbewerbsergebnis erforderlich.
So wurde in der Entwurfsplanung die Freitreppe gegenüber dem Wettbewerbsergebnis zum Ökumenischen Gebäudekomplex abgerundet und die unterste Sitzstufe in Abstimmung mit den Kirchengemeinden über die Grundstücksgrenze hinweg bis zum Eingang der Kirchengemeinde verlängert. Damit wurde ermöglicht den unteren Eingangsbereich zum Ökumenischen Gemeindezentrum mit dem Spirillo-Platz zu verbinden. Um die natürliche Belichtung des Kita-Eingangsbereichs zu verbessern, wurde die Rampe in einer Länge von 15,30 m unterbrochen.
2016 wurde das Planungsgebiet auf insgesamt 5.400 m² mit der Fußgängerzone im EKZ erweitert.

Im Mai 2017 starteten die Bauarbeiten zur Aufwertung des öffentlichen Freiraums rund um den Flamingoweg 24. Das insgesamt 5.400 m² große Gelände wurde in Bauabschnitten realisiert.
Auf Grund der Verknüpfung mit den Sanierungsarbeiten zur Tiefgaragendecke mussten die Fertigstellungstermine zum Bauabschnitt Marktplatz mehrfach verschoben werden.
Nach 13 Monaten Bauzeit wurde die gesamte Baumaßnahme im Juni 2018 mit einem Finanzvolumen von 1,8 Mio. € fertiggestellt.