"Der Frühling wird bunt!":



Eröffnung Wegeabschnitt Zentrum-Pelikanstraße mit Blumenzwiebel-Aktion - So wird der Frühling bunt und artenreich!


Am vielleicht letzten sonnigen Freitag Nachmittag des Jahres folgten Interessierte gerne der Einladung zu „Pelikan-Muffins“ und Kaltgetränken in die Marabustraße 20. Die pandemiebedingten Rahmenbedingungen der Eröffnungsfeier - eine lange Kaffeetafel konnte leider nicht aufgebaut werden - taten der Stimmung keinen Abbruch. Das JimPazzo-Team und Jugendliche aus dem Jugendhaus ersorgten die Gäste mit Getränken und machten ein Spiel und Bastelangebot. Nachdem Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann Mitglieder des Bezirksbeirats aus Neugereut, die ebenfalls ortsansässige Stadträtin Jasmin Meergans, Landschaftsplanerin Patricia Legner von Planstatt Senner und den Bauleiter der ausführenden Firma Benignus GmbH Garten- Landschaftsbau, die Stadtteilmanagerin Ute Kinn und die Projekt-leiterin der Sozialen Stadt Karin Lauser, sowie weitere ehrenamtlich Engagierte begrüßt hatte, stellte er das Projekt vor.

Das Innere Wegenetz ist im grünen, autofreien Kern von Neugereut für den täglichen Gang zu den zentralen Einrichtungen des Stadtteils besonders bedeutsam. Für die drei wichtigsten Verbindungen entwickelte Patricia Legner gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern eine hochwertige Gestaltungsplanung. Ein Pflasterband aus rotem Porphyr dient der Orientierung und ist gleichzeitig Tastkante für Sehbehinderte. Kleine Quartiersplätze mit Sitzgelegenheiten bilden mit den Bestandsbäumen Adressen wie z. B. Ahornplatz. Als Fuß- und Radweg eher ruhig und dazu barrierearm laden die Wege zum Spazieren und Verweilen ein. Der längste Bauabschnitt zwischen der Einrichtung der Mobilen Jugendarbeit „Arche“ und dem Haus St. Monika ist seit 2016 fertig. Der zweite Bauabschnitt Zentrum - Pelikanstraße wurde im letzten Jahr fertiggestellt und der dritte und letzte Bauabschnitt zwischen der Schule und der Schneideräckerstraße steht kurz vor der Fertigstellung. Die Neugestaltung der drei Hauptwegeverbindungen des inneren Wegnetzes kostet insgesamt rund 1,8 Millionen Euro. 60 Prozent tragen dabei der Bund und das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Programms Soziale Stadt. Die Bauleitung leistet das Tiefbauamt in Kooperation mit dem Büro Planstatt Senner.

Auch in dem Wegeabschnitt Zentrum – Pelikanstrasse wurde neben den fußgängerfreundlichen Belägen auch wieder besonders auf die Pflanzen geachtet. Die Bestandsbäume wurden erhalten und haben nun deutlich größere Beete. So können sie mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Im Bereich der halböffentlichen Flächen der Zackendachhäuser wurden abgängige Bäume durch Neupflanzungen ersetzt. Der Themenbereich rund um artenreiche Blühflächen, Insektenvielfalt oder Lebensraum für geschützte Wildbienen hat seit geraumer Zeit die Aufmerksamkeit im Stadtteil. Im letzten Jahr wurde entlang des neu angelegten Fußwegs nach Steinhaldenfeld eine insektenfreundliche Blütenwiese gepflanzt. Auf der Grünanlage Seeadlerstraße am Wasserbehälter entsteht zur Zeit ein Natur-beobachtungsraum. Auch die Freianlagen rund um die Stadtteilbibliothek werden mit insektenfreundlichen Stauden aufgewertet und seit 2020 werden im Frühjahr Samenmischungen für Balkon und Gärten verteilt, um artenreiche Blühflächen anzupflanzen.

Blumenzwiebel-Aktion - So wird der Frühling bunt und artenreich!

Es lag also nahe, an diesem Nachmittag als besonderes Angebot eine Pflanzaktion vorzubereiten. Unter dem Motto „So wird der Frühling bunt und artenreich!“ hatten Gabriele Heusel-Voraus und Vivienn Remmel aus dem Team der Koordinierungsstelle Urbanes Grün im Amt für Stadtplanung und Wohnen, Zwiebeln für Frühblüher vorbereitet. Besonders diese frühblühenden Pflanzen sind nach der Winterruhe die erste wichtige Nahrungsquelle für die nützlichen aber stark gefährdeten Wildbienen und andere Insekten. Im Verlauf des Wegeabschnitts hatten die beiden mehrere Pflanzbereiche in den Baumbeeten und an den Wegrändern markiert. Jung und Alt, mit Schaufeln und Pflanzzwiebeln ausgerüstet, haben dann unter fachlicher Anleitung und mit wachsender Begeisterung reichlich Zwiebeln vergraben.

Besonders für die Kinder war es spannend zu erfahren, wie Blumenzwiebeln gepflanzt werden und auch selbst einige der Zwiebeln und Knollen im Boden der angrenzenden Grünflächen zu verstecken. Traubenhyazinthe, Narzisse, Schneeglöckchen, Wildtulpe, Elfenkrokus und zweierlei Zierlauch standen zur Auswahl. Am besten gedeihen die Zwiebelpflanzen an einer ungestörten Stelle. Das grüne Laub darf nach der Blüte nicht entfernt oder abgemäht werden, damit die Zwiebel ihre Kraft behält und auch in den Folgejahren wieder blüht. Rund 3.000 Blumenzwiebeln fanden durch diese gemeinsame Aktion ein neues Zuhause und können nun jedes Jahr wieder zur Blüte kommen und sich vermehren.

Die Bedeutung naturnaher und nachhaltiger Pflanzungen für die Artenvielfal zu vermitteln und die Menschen mit der Blütenpracht zu erfreuen ist das Ziel der Aktion. Die Gäste konnten auch Blumenzwiebeln mit nach Hause nehmen, um dort ebenfalls ein frühes Blütenmeer im nächsten Jahr hervorzubringen. Zusätzlich wurde zu allen Fragen rund um den Garten und besonders zu insekten-freundlichen Pflanzungen informiert und auf die beiden Stuttgarter Förderprogramme für Urbanes Grün hingewiesen.

Das Förderprogramm Urbane Gärten bietet finanzielle Unterstützung für Gemeinschaftsgärten, das Stuttgarter Grünprogramm bei der Entsiegelung und artenreichen Begrünung von privaten Grundstücken und Gebäuden (https://www.stuttgart.de/leben/stadtentwicklung/stadtplanung/stadterneuerung/foerderprogramme-urbanes-gruen.php).

Wir sind gespannt auf den Frühling!

Veröffentlicht am 16.11.2021
Kategorie(n): Gesellschaft||Freizeit||Soziale Stadt