10 Jahre, 100 Einrichtungen, 100.000 Freikarten:

„Kultur für alle Stuttgart“ feiert Geburtstag und ermöglicht immer mehr Menschen einen freien Zugang zu Kultur

Junge Besucherinnen in der Südasien-Abteilung des Lindenmuseums Stuttgart. Foto: Kultur für alle Stuttgart Bild 1 von 1: Junge Besucherinnen in der Südasien-Abteilung des Lindenmuseums Stuttgart. Foto: Kultur für alle Stuttgart

​Vor zehn Jahren startete Kultur für alle Stuttgart mit gerade mal 20 Kulturpartnern. Mittlerweile beteiligen sich 100 Einrichtungen an dem Angebot und haben Inhaberinnen und Inhabern der Bonuscard + Kultur bisher rund 100.000 Freikarten zur Verfügung gestellt.

Dazu zählen große Häuser wie das Theaterhaus, das Kunstmuseum, die Schauspielbühnen, das Porsche- und Mercedes-Benz Museum, aber auch kleinere Einrichtungen wie das Laboratorium, das JES oder das Studiotheater.
„Wir sind sehr froh darüber, dass die Stuttgarter Kulturszene unsere Initiative so gut annimmt. Die meisten Einrichtungen wollen Kultur anbieten, die nicht am Geldbeutel scheitert und kooperieren gerne mit uns“, so Harald Wohlmann, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Dem Konzept liegt ein möglichst breiter Kulturbegriff zugrunde. Möglichst viele verschiedene Kulturangebote sollen niedrigschwellig und nichtdiskriminierend angeboten werden. Daher wünscht sich Harald Wohlmann für die nächsten zehn Jahre, „dass die beteiligten Kulturpartner weiterhin so zahlreich bleiben und die Anzahl möglichst noch größer wird. Ich wünsche mir eine phantasievolle Weiterentwicklung der KULTUR FÜR ALLE Angebote, damit alle Menschen in Stuttgart die Kultur schwellenlos erreichen können. Kultur ist eine der wesentlichen Säulen unserer Stadtgesellschaft, deshalb dürfen wir nicht ruhen Alle mitzunehmen.“

Viele positive Rückmeldungen
Gerade in den letzten Wochen wurde aufgrund der Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens für alle Menschen spürbar, wie viel Positives ein Besuch von Kulturveranstaltungen bewirken kann. Durch Kultur für alle Stuttgart können auch Menschen mit wenig Geld daran teilnehmen. Nach zehnjähriger Vereinsarbeit zieht die Geschäftsführerin Eva Ringer daher eine positive Bilanz: „Wir freuen uns, dass die Freikarten so rege nachgefragt werden. Besonderen Rückenwind geben uns die vielen positiven Nachrichten von Nutzerinnen und Nutzern der Bonuscard + Kultur. Viele bestätigen, dass sie wegen Geldmangel auf Kulturerlebnisse verzichten müssten und durch das Engagement des Vereins wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Wir sind also auf dem richtigen Weg.“

Die Kultureinrichtungen sind jedoch in besonderem Maße von der aktuellen Krise betroffen. Kultur muss aber unabhängig vom Einkommen eine Grundvoraussetzung für das gesellschaftliche Leben bleiben. Nur durch das Engagement der Kultur- und Veranstaltungsbetriebe kann der Verein existieren. Daher ist es umso erfreulicher, dass die vhs stuttgart das Angebot für Inhaberinnen und Inhaber erweitert. Zum Herbstsemester wird neben den Freikarten für Einzelveranstaltungen auch kostenfreier Eintritt für ausgewählte fortlaufende Kurse gewährt. „Gerade in der aktuellen Zeit ist das ein starkes Zeichen von Seiten der vhs stuttgart für Menschen mit wenig Geld und für unsere Vereinsarbeit“, so Harald Wohlmann.

Gemeinsame Idee seit zehn Jahren
Mit dem Ziel, kulturelle und damit gesellschaftliche Teilhabe für alle zu ermöglichen, wurde das Konzept im Rahmen eines Runden Tisches der Bürgerstiftung Stuttgart von Vertretern aus Stuttgarter Kultur- und Sozialeinrichtungen entwickelt. Ergebnis der gut einjährigen Arbeit war eine Aufwertung der bestehenden Bonuscard der Landeshauptstadt Stuttgart zur Bonuscard „+ Kultur“, die zum 1. Januar 2010 wirksam wurde.
Als Träger der Initiative wurde damals der gemeinnützige Verein Kultur für alle Stuttgart e.V. gegründet, der die rechtliche Basis für die Koordinationsstelle und die Vereinbarungen mit den teilnehmenden Einrichtungen darstellt. Er entwickelt das Konzept stetig weiter, ist verantwortlich für die Bekanntmachung des kostenlosen Kulturangebots, übernimmt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und sorgt für eine dauerhafte Verwurzelung in der Stadt.

Alle beteiligten Kultureinrichtungen verpflichten sich daher für grundsätzlich jede Vorstellung ein festes Freikartenkontingent aus allen Preiskategorien für Inhaberinnen und Inhaber der Bonuscard + Kultur zu reservieren. Die Karten können, wie von anderen Besuchern auch, vorbestellt und an der Abendkasse gegen Vorlage der Bonuscard + Kultur abgeholt werden. Bei Partner-Museen ist es noch einfacher: Unbegrenzt freier Eintritt in die Ausstellungen gegen Vorlage der Bonuscard + Kultur an der Kasse. Dazu kommen weitere zahlreiche Freikartenaktionen.

Die finanzielle Basis des Vereins wurde durch die Spende einer engagierten Stuttgarter Bürgerin gelegt. Mittlerweile erhält der Verein eine städtische Förderung in Höhe von etwa 50 Prozent des erforderlichen Gesamtetats. Die verbleibenden 50 Prozent muss der Verein über Spenden, Benefizveranstaltungen und Stiftungsmittel finanzieren. „Kultur für alle Stuttgart leistet einen sehr wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Ich würde mich freuen, wenn viele Menschen die Arbeit des Vereins unterstützen, denn Kultur regt an, macht Spaß und bringt Menschen zusammen“, so Marli Hoppe-Ritter, die Schirmherrin des Vereins.

Mehr unter www.kultur-fuer-alle.net

Veröffentlicht am 22.07.2020
Kategorie(n): Soziale Stadt